Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vom 6. September 2026 mit einem AfD-Ergebnis von 44 Prozent und dem historischen Einbruch der CDU ist kein fernes ostdeutsches Phänomen. Es ist ein deutliches Warnsignal an alle demokratischen Kräfte – auch in Hemmingen und in der Region Hannover. Viele Bürgerinnen und Bürger fühlen sich nicht mehr gehört, nicht mehr ernst genommen und nicht mehr mitgenommen. Wer das ignoriert, stärkt Protestparteien.
Die DUH – Die Unabhängigen Hemminger e.V. zieht daraus konkrete Folgerungen für die Kommunalpolitik vor Ort. Wir brauchen keine weiteren ideologischen Projekte, sondern nachvollziehbare Entscheidungen, die den Alltag von Familien, Senioren und jungen Menschen erleichtern.
1. Transparenz herstellen: Ratssitzungen endlich streamen
Seit Jahren wird in Hemmingen über Live-Übertragungen von Rat und Ausschüssen diskutiert. Bisher bleibt es bei Zögern und Verweisen auf vorhandene Unterlagen. Das reicht nicht. Wer nachvollziehen will, warum Beschlüsse fallen, muss die Debatte selbst sehen und hören können – nicht nur das Ergebnis in der Niederschrift. Streaming und zeitlich begrenzte Mediathek sind heute Standard guter kommunaler Praxis. Sie senken die Schwelle zur Beteiligung und nehmen das Gefühl, „die da oben“ würden hinter verschlossenen Türen entscheiden.
2. Das „Warum“ erklären – nicht nur das „Was“ beschließen
Viele sogenannte Wutbürger sind keine Extremisten, sondern Bürger, die den Sinn von Maßnahmen nicht mehr erkennen. Ob Verkehrsberuhigung, Gebühren, Schulbau oder Grünplanung: Es reicht nicht, fertige Beschlüsse zu verkünden. Es muss erklärt werden, welche Alternativen geprüft wurden, welche Kosten entstehen, wer profitiert und wer belastet wird. Kommunikation ist keine PR-Übung, sondern Pflicht. Wer das „Warum“ schuldig bleibt, überlässt die Deutung anderen.
3. Keine ideologischen Planungen mehr auf Kosten der Nutzbarkeit
Der Rathausplatz in Hemmingen-Westerfeld ist Marktplatz, Begegnungsort und funktionales Zentrum – mit Parkplätzen, Anlieferung und Wochenmarkt. Wünsche nach mehr Rasen oder großflächiger Entsiegelung sind nachvollziehbar, dürfen aber nicht auf Kosten der praktischen Nutzbarkeit für Familien, Händler und Senioren gehen. Grün gehört dorthin, wo es Schatten, Aufenthalt und Klimawirkung bringt, ohne den Platz seiner Funktion zu berauben. Dasselbe gilt für andere Projekte: Bäume erhalten, wo sinnvoll – aber nicht um jeden Preis gegen Infrastruktur, Schulen oder bezahlbaren Wohnraum.
4. Priorität für Familien und Alltagstauglichkeit
Die DUH steht für:
- moderne, unterhaltene Infrastruktur (Straßen, Radwege, Schulen, öffentliche Gebäude),
- bezahlbaren Wohnraum statt reiner Verdichtungsideologie,
- funktionierende Spielplätze und Freizeitangebote für Jugendliche,
- keine Steuererhöhungen und solide Finanzen,
- Barrierefreiheit und Seniorenbeteiligung.
Diese Punkte sind keine „weichen“ Themen. Sie entscheiden, ob Menschen sich in ihrer Stadt noch zu Hause fühlen oder das Gefühl haben, die Politik kümmere sich um Symbole statt um das Leben vor der Haustür.
Fazit
Die AfD profitiert nicht nur von einzelnen Themen, sondern von dem Eindruck, die etablierten Parteien redeten an den Menschen vorbei und träfen Entscheidungen aus ideologischer oder parteitaktischer Logik. Demokratische Politik muss das Gegenteil beweisen: sachlich, erklärend, bürgernah und unabhängig von Parteibrillen.
Die DUH tut das seit 40 Jahren in Hemmingen. Am 13. September 2026 haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, genau diese Haltung zu stärken.
